Auch Sir Simon Rattle – Immer mehr 50plus werden 60

By Matthias Morgenstern
On 19. Januar 2015 At 18:41

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Sir Simon Rattle, der Chefdirigent der Berliner Philharmoniker, feiert heute seinen 60. Geburtstag.

1955 in Liverpool geboren, beginnt die Liebe zur Musik sehr früh mit der Musik des finnischen Komponisten Jean Sibelius. Sie fasziniert ihn bis heute.

1974 gewinnt der ebenso musikverrückte wie frühreife Liverpooler den John-Player-Dirigentenwettwerb und erhält eine Assistenzstelle beim Bournemouth Symphony Orchestra, sitzt der 19-Jährige in jeder Probe, wenn Maestro Paavo Berglund mit den Musikern Sibelius-Sinfonien einstudiert. So fühlt er sich von den atmosphärischen Extremen dieser Musik angezogen: „Gerade in den Sinfonien hat man fast nie das Gefühl, da sei jemand“, sagt er im aktuellen „128“-Magazin der Berliner Philharmoniker. „Wenn überhaupt Menschen vorkommen, dann gleichsam im eigenen Dickicht der Angst: Wer sich dorthin begibt, kommt möglicherweise nicht zurück.“

1980 wird Simon Rattle  musikalischer Leiter des City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO)  und legt er selbstverständlich einen Repertoireschwerpunkt auf Sibelius. Rattles Liaison mit den Birminghamern, denen er bis 1998 treu bleibt, wird zu einer weltweit beachteten Erfolgsgeschichte – und bringt ihm auch die erste Einladung in die Berliner Philharmonie ein.

1984 leitet er ein begeistert beklatschtes Gastspiel des CBSO bei den Festwochen Auf dem Programm: die Fünfte von Jean Sibelius.

1999 kann er das Rennen um Claudio Abbados Nachfolge bei den Philharmonikern für sich entscheiden.

Viel hat Sir Simon in Berlin bewegt: die Bildungsarbeit von der Insel mitgebracht, Klangfarbensinn und stilistische Wendigkeit der Musiker gefördert, viel Französisches und Tschechisches dirigiert, für lebende Komponisten geworben und Igor Strawinskys „Sacre du printemps“ zum signature piece des Orchesters gemacht.

2010 setzte er eine zyklische Serie der Sinfonien von Sibelius durch, doch gibt er im Philharmoniker-Magazin zu: „Wenn ein Orchester nicht von vornherein die gleiche Liebe für diese Musik hegt wie ich, gestaltet sich die Arbeit sehr zäh.“

Dennoch hat sich Simon Rattle von den Philharmonikern zum Sechzigsten erneut eine Gruppenexkursion in die Klangwelten Sibelius‘ gewünscht: Am 28. Januar geht es los, einen zweiten Durchgang gibt es dann im Februar in London.

Die Liebe zu Sibelius war scheinbar auch stärker als die Liebe zu den Frauen.

Von der Sopranistin Elise Ross, die er 1980 heiratete, trennte sich der Dirigent Mitte der neunziger Jahre – „unter unerfreulichen Umständen“, wie sein Biograf Nicholas Kenyon es mit britischer Zurückhaltung formuliert. Und auch die zweite Ehe, mit der Schriftstellerin Candace Allen, scheiterte.

Ehe Nummer drei ist Rattle seit 2008 mit der tschechischen Sängerin Magdalena Kožena verheiratet. Im vergangenen Juni wurde das dritte gemeinsame Kind des Paares geboren, eine Tochter namens Anežka.

Zum heutigen Ehrentag: Happy birthday and lots of love!

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