50plus – auch für Sgt. Peppers!

By Matthias Morgenstern
On 30. Mai 2017 At 18:32

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Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (kurz: Sgt. Pepper’s) ist das achte Studioalbum Beatles.

In Deutschland erschien das Album am 30. Mai 1967 – damit ist es ab heute 50plus.

Vor 50 Jahren veröffentlichten die Beatles ihr vor Ideen überquellendes Album „Sgt. Peppers Loneley Hearts Club Band“.

Zu diesem Jubiläum gibt es auch diverse „verbesserte“ Ausgaben und Luxus-Editionen:

Vor fünfzig Jahren, im Sommer 1967, übernahm der Wahnsinn endgültig die Macht. „I read the news today, oh boy“, so hebt der Song an, der zu einer stoischen Akustikgitarre und schäumenden Klavierakkorden ein Lebensgefühl aus Euphorie, Resignation und Paranoia heraufbeschwört. Ein Millionär ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Die englische Armee hat gerade den Krieg gewonnen. Und in Blackburn, Grafschaft Lancashire, wurden 4000 Schlaglöcher gezählt.

Wobei es sich, wird beteuert, um „wirklich sehr kleine Löcher“ handelt. Wie viele Löcher würde man brauchen, um die Royal Albert Hall in London zu füllen? Um Substanz in Nichts zu verwandeln, die ganze Hochkultur einzulochen? John Lennon singt das mit weicher, ein wenig müder Stimme. Mittendrin klingelt ein Wecker, der Ringo Starr daran erinnert, dass jetzt sein Schlagzeugspiel einsetzen muss, und Paul McCartney übernimmt für acht Zeilen den Leadgesang. Die Fünfminutensinfonie „A Day in the Life“ endet im spiralförmigen Klanggestäube eines vierzigköpfigen Orchesters und in einem gewaltigen, von drei Klavieren erzeugten Schlussakkord.

Es ist gleichzeitig das Finale des Albums „Sgt. Peppers Lonely Hearts Club Band“, das in Großbritannien am 26. Mai und in Deutschland am 1. Juni 1967 erschien. „Niemals hatte man etwas gehört, was auch nur entfernte Ähnlichkeit mit Sgt. Pepper hatte“, erinnerte sich später der Produzent George Martin. „Die Platte war eine musikalische Splittergranate.“ Es war die Zeit, in der amerikanische B-52-Bomber täglich 800 Tonnen Sprengladung über Nordvietnam abluden. Den westlichen Jugendlichen blieb nur der Fluchtweg in immer härtere Drogen. „I’d love to turn you on“, säuselt Lennon mit verstrahlter Stimme. Damals war der Sänger auf Marihuana und LSD, ein Jahr später sollte er beim Heroin landen.

Nie waren die Beatles wagemutiger und experimenteller

Der Schlussakkord von „A Day in the Life“ hallt bis heute nach. „Sgt. Pepper“, so heißt es, ist die Platte, mit der Pop endgültig erwachsen geworden ist. Auf dem vom Pop-Art-Collagekünstler Peter Blake und dem Fotografen Michael Cooper gestalteten Cover posieren die Beatles in Fantasieuniformen auf einem Pappfigurengruppenbild mit Seelenverwandten wie Karl Marx, Bob Dylan, Mae West oder Johnny Weissmüller. Die Vorgänger-Veröffentlichungen „Rubber Soul“ und „Revolver“ mögen die besseren und geschlosseneren Pop-Platten sein.

Aber nie waren die Beatles wagemutiger, selbstvergessener und experimenteller als bei der Arbeit an „Sgt. Pepper’s“.

Die Musik fing gerade erst an sich zu verwandeln. Und keine andere Band durchlief schneller die Stadien ihrer Transformation als die Beatles: vom Skiffle übers Bluesepigonentum und den Beat zu Psychedelik und Popsymphonien.

Zitiert aus einem Artikel   50 Jahre „Sgt. Pepper“ von den Beatles: Löcher in der Marmelade –  von Christian Schröder

in der PNN vom 30.05.2017 (vollständiger Artikel hier)

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